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Kommentar

Stefan Bruckbauer, Chefökonom Bank Austria

Starker Start in ein herausforderndes Jahr!

Angesichts der Ereignisse des Jahres 2016 – Brexit, Trump – hat wohl kaum jemand erwartet, dass der Start ins Jahr 2017 mit so viel Optimismus erfolgt, wie wir es derzeit erleben. Die Stimmungsindikatoren steigen weltweit, besonders stark auch im Euroraum und damit nicht nur in Deutschland, sondern praktisch in jedem Land, ebenso in Österreich. Die Konsumenten sind ebenfalls deutlich optimistischer geworden. Dementsprechend zeigt der Finanzmarkt sehr positive Tendenzen, die Aktienmärkte legen zu, aber auch an den Anleihemärkten steigen die Zinserwartungen, dementsprechend fallen die Kurse.

Was kann diese positive Stimmung in nächster Zeit stören? Natürlich Maßnahmen der neuen US Administration, die zu internationalen politischen Verwerfungen führen, allen voran natürlich deutliche Handelsschranken bzw. Tariferhöhungen. Dies könnte Optimismus kosten. Derzeit geht man davon aus, dass es am Ende zu keinen scharfen Maßnahmen kommen wird.

Aber augenblicklich scheint das Risiko, dass politisch etwas passiert, das sich auch wirtschaftlich sehr negativ auswirken könnte, im Euroraum höher eingeschätzt zu werden. Vor allem die Präsidentenwahlen in Frankreich beunruhigen die Märkte, ablesbar an der Zinsdifferenz zwischen deutschen und französischen Staatsanleihen, die rund 80 Basispunkte erreichte, ein Wert wie wir ihn zuletzt während der Eurokrise 2012/13 gesehen haben. Dies belastet auch den Euro, er hat wieder etwas gegenüber dem US Dollar verloren.

Und auch die erneuten Diskussionen um Griechenland haben nicht geholfen, die Ängste um den Euroraum zu beruhigen. Es ist zu befürchten, dass diese politischen Unsicherheiten - die Wahlen wohl deutlich mehr als das Thema Griechenland - auch in den nächsten Monaten für Verunsicherung sorgen könnten. Allerdings glauben wir etwas zu unrecht. Auch wenn rechtspopulistische Parteien Zulauf erhalten, ist in den meisten Ländern des Euroraums nicht damit zu rechnen, dass sie eine Mehrheit bekommen. Und selbst wenn es in Frankreich zu einer Wahl von Frau Le Pen zur Präsidentin kommen sollte – aus heutiger Sicht unwahrscheinlich -, ist damit nicht automatisch eine Abstimmung über den Austritt aus Euro und EU verbunden, dazu muss das Parlament befragt werden, zumindest sieht dies die Verfassung so vor. Eine Wahl von Frau Le Pen würde jedoch einigen Stress an den Finanzmärkten auslösen.

Also werden wir 2017 damit leben müssen, zumindest bis zum Sommer, dass ein politisches Ereignis, das aus heutiger Sicht als unwahrscheinlich gilt, falls es eintreten würde, zu großer Unsicherheit führen könnte.

  

 

Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria

Stand: 23. Februar 2017.