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Presseinformation

20.12.2016

Bank Austria Bundesländer-Konjunkturanalyse:
Burgenland auch 2016 mit dem stärksten Wirtschaftswachstum Österreichs

  • Österreichs Bundesländer erhöhten ihr Wachstumstempo
  • Alle Bundesländer erreichen 2016 höheres Wirtschaftswachstum als 2015 – insbesondere das Burgenland, Vorarlberg, Kärnten, Salzburg und Tirol mit überdurchschnittlicher Wachstumsdynamik
  • Mehr Rückenwind für Dienstleistungen und Industrie sowie Trendwende am Bau belebten die regionale Wirtschaft
  • Arbeitslosenquote stabilisiert sich 2016 bei 9,1 Prozent: Während sie im Westen sinkt, steigt sie im Osten durch anhaltende Zunahme des Arbeitskräfteangebots weiter an
  • Trotz Unsicherheiten auch 2017 günstige Wachstumsaussichten für die Bundesländer

Die österreichische Wirtschaft ist im ersten Halbjahr 2016 im Jahresvergleich um 1,4 Prozent und damit deutlich stärker als im Vorjahr gewachsen. Vom Rückenwind durch die Steuerreform und der besseren Investitionsstimmung konnten alle Bundesländer profitieren. "Alle österreichischen Bundesländer haben im ersten Halbjahr 2016 ihr Wachstumstempo steigern können. Das Burgenland, Vorarlberg Kärnten, Salzburg und Tirol konnten die Erholung auf breiter Basis besonders gut nutzen. Während Oberösterreich im Österreich-Durchschnitt lag, blieb die Dynamik in Niederösterreich, der Steiermark und Wien hinter dem gesamtösterreichischen Schnitt zurück", fasst Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturanalyse der Bank Austria zur wirtschaftlichen Entwicklung in den österreichischen Bundesländern im ersten Halbjahr 2016 zusammen.

Rückenwind für den Dienstleistungssektor in erster Jahreshälfte 2016
"Ein Aufwind im Dienstleistungssektor, der im Burgenland, in Niederösterreich, Kärnten, Vorarlberg und in Salzburg besonders stark war, war für etwa die Hälfte der Konjunkturbelebung in den österreichischen Bundesländern im ersten Halbjahr 2016 verantwortlich", analysiert Bruckbauer. Nach einem moderaten Plus im Jahr 2015 erhöhte sich das Dienstleistungswachstum in Österreich in den ersten sechs Monaten auf durchschnittlich 1,2 Prozent im Jahresvergleich. Unterstützt durch die Steuerreform entwickelte sich der Handel positiv. Zudem sorgten Tourismus-Rekordzahlen in fast allen Bundesländern für kräftige Impulse, insbesondere in der Bundeshauptstadt Wien. Die zwei Industrieschwergewichte Oberösterreich und die Steiermark profitierten zwar auch vom stärkeren Rückenwind im Dienstleistungssektor, konnten diesen jedoch vergleichsweise am wenigsten nutzen.

Trendwende am Bau
Neben dem Dienstleistungssektor setzte die Bauwirtschaft nach dem Minus im Vorjahr im ersten Halbjahr in fast allen Bundesländern starke Lebenszeichen und wurde zu einem wichtigen Konjunkturtreiber. Im Jahresvergleich stieg die Bauproduktion dank höherer Investitionsbereitschaft der Unternehmen und des Wohnbaus um 2,4 Prozent real. "In Tirol, Salzburg, Niederösterreich und im Burgenland kam es vom Hochbau ausgehend in der Bauwirtschaft zu den stärksten Zuwächsen. In allen Bundesländern, ausgenommen Wien und Vorarlberg, konnte der Bau zum Wirtschaftswachstum insgesamt einen positiven Beitrag leisten", meint Bank Austria Ökonom Robert Schwarz.

Industrie mit etwas mehr Schwung
"Trotz des schwierigen Exportumfelds legte die Industrie im ersten Halbjahr 2016 zu. Vor allem in Vorarlberg und etwas überraschend in der Dienstleistungshochburg Salzburg sorgte der Sektor für starke Impulse", meint Schwarz. In Vorarlberg lieferte die Industrie das mit Abstand beste Ergebnis, getragen vom Maschinenbau und den KFZ-Zulieferern. In Salzburg war ebenfalls die gute Entwicklung der KFZ-Zulieferer für die hohe Dynamik verantwortlich. Wichtiger war dort aber ein kräftiger Impuls durch die Getränkeindustrie. Neben diesen beiden Spitzenreitern war das Industriewachstum in drei weiteren Bundesländern über dem Österreichschnitt. In Kärnten lieferten Maschinenbau und Möbelherstellung wichtige Impulse. Das Burgenland profitierte vor allem von der guten Entwicklung in der Metallwarenerzeugung und in der Elektroindustrie, und in Tirol sorgten Maschinenbau, Elektroindustrie und Holzindustrie für Aufwind. Einzig in Niederösterreich musste die Industrie im ersten Halbjahr 2016 spürbare Einbußen verzeichnen.

Erholung im zweiten Halbjahr 2016 noch etwas stärker
In der zweiten Jahreshälfte konnte die Konjunktur in Österreich sogar noch etwas an Fahrt aufnehmen. Die Konsumenten sind zuversichtlicher geworden. Industrie, Bau und Dienstleistungssektor spüren mehr Rückenwind. Weiterhin ist die Inlandsnachfrage der Träger des Wachstums, gestützt auf den privaten Konsum, der von der Steuerreform profitiert, und der Aufhellung des Investitionsklimas. Dagegen kann der Außenhandel, der vor allem für die Industrie bedeutsam ist, die Dynamik weiterhin kaum antreiben. "Die Bauwirtschaft und der Dienstleistungssektor haben auch im zweiten Halbjahr 2016 für positive Wachstumsimpulse in den Bundesländern gesorgt", ist Schwarz überzeugt und ergänzt: „Trotz Verunsicherung durch Brexit und US-Wahl bleibt auch das Industriewachstum schwungvoll und wird das Vorjahrestempo mit etwa 2 Prozent 2016 zumindest halten können.“ Die günstige Auftragslage verspricht eine Fortsetzung der Erholung in der Bauwirtschaft. Die Auswirkungen der Steuerreform und die, trotz leichtem Anstieg gegen Jahresende, niedrige Inflation stärken die Kaufkraft und lassen eine gute Einzelhandelsentwicklung erwarten. Zudem ist die Tourismuswirtschaft in einigen Bundesländern auf Rekordkurs.

"Das Jahr 2016 schließen alle Bundesländer mit höheren Wachstumsraten als 2015 ab. Das Burgenland hält sich an der Wachstumsspitze“, meint Bruckbauer. Das Burgenland wird ebenso wie Kärnten, Vorarlberg und Salzburg mit zumindest 2 Prozent ein besonders kräftiges Wirtschaftswachstum aufweisen. Auch die Tiroler Wirtschaft wird 2016 überdurchschnittlich stark expandieren. Während Oberösterreich mit partiellen Stärken in der Sachgüterindustrie ein Wachstum auf Augenhöhe mit dem Bundesdurchschnitt von 1,5 Prozent erreichen sollte, wird Niederösterreich, die Steiermark und die Bundeshauptstadt Wien im Jahr 2016 voraussichtlich geringfügig hinter dem Durchschnitt zurückbleiben.

Arbeitslosigkeit sinkt im Westen, gebremster Anstieg im Osten
Das höhere Wirtschaftswachstum im Jahr 2016 wird erstmals seit fünf Jahren dafür sorgen, dass die Arbeitslosenquote in Gesamtösterreich nicht mehr ansteigt. Aufgrund der kräftigen Zunahme der Beschäftigung um 1,5 Prozent wird die Arbeitslosenquote wie schon 2015 9,1 Prozent betragen. "Die günstigere Konjunktur wird 2016 in allen Bundesländern die Lage am regionalen Arbeitsmarkt positiv beeinflussen. Dennoch wird das Beschäftigungswachstum nur in den westlichen Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Salzburg sowie in Kärnten ausreichen, um die Arbeitslosenquote zu senken", so Bruckbauer.

Auch 2016 wird der kräftige Anstieg des Arbeitskräfteangebots überwiegend durch Zuwanderung in den östlichen Bundesländern die Arbeitslosenquote erhöhen. Vor allem in Wien, aber auch in Niederösterreich und dem Burgenland wird trotz einer zum Teil überdurchschnittlich guten Beschäftigungsdynamik die Arbeitslosenquote höher als 2015 sein. Damit geht die Schere am regionalen Arbeitsmarkt weiter auf. Während in Wien im Jahresdurchschnitt 2016 mit einer Arbeitslosenquote von 13,7 Prozent gerechnet werden muss, wird Salzburg mit 5,6 Prozent den niedrigsten Wert Österreichs aufweisen.

Gute Wachstumsaussichten im Jahr 2017
Die österreichische Wirtschaft wird auch im kommenden Jahr auf Wachstumskurs bleiben. "Angesichts der sich derzeit verbessernden Konjunkturstimmung und des sich gegenüber den bestehenden Verunsicherungen erstaunlich robust zeigenden Wachstumskurses ist in Österreich 2017 mit einem Anstieg des BIP von sogar 1,6 Prozent zu rechnen", so Bruckbauer. Eine weiterhin starke Inlandsnachfrage – wenn auch der Konsum aufgrund der nachlassenden Wirkung der Steuerreform sowie die Investitionen verhaltener zulegen werden – und eine geringfügig bessere Exportkonjunktur stecken den wirtschaftlichen Rahmen für die Bundesländer ab. Damit bestehen sowohl für Bundesländer mit einer stärkeren Industrieorientierung, wie Vorarlberg, als auch für die klassischen Dienstleistungshochburgen, wie Wien und Salzburg, gute Wachstumsaussichten. Aufgrund des wenig veränderten Wachstumsmusters wird sich auch das Wachstumstempo in den meisten Bundesländern 2017 kaum verändern.

Tabellen (PDF, 185 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Robert Schwarz, Tel. +43 (0) 50505 - 41974;
E-Mail: robert.schwarz@unicreditgroup.at