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Presseinformation

29.12.2016

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Dezember:
Gute Nachrichten zum Jahresausklang: Österreichs Industrie 2016 mit sehr starkem Jahresendspurt

  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex mit stärkstem Wachstum seit mehr als fünf Jahren: Anstieg auf 56,3 Punkte
  • Starke Auftragszuwächse: Österreichische Betriebe fahren Produktion kräftig hoch
  • Industrie hat 2016 nach zwei Jahren mit Rückgängen erstmals wieder neue Jobs geschaffen
  • Verteuerung von Rohstoffen und abgeschwächter Euro sorgen für steigenden Kostendruck
  • Solides Industriewachstum hält zu Jahresbeginn 2017 an, Risiken trüben weiteren Ausblick

Die österreichische Industrie hat 2016 einen starken Schlussspurt hinlegen können. „Der Aufwärtstrend in der heimischen Industrie hat sich zu Jahresende deutlich beschleunigt. Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im Dezember von 55,4 auf 56,3 Punkte gestiegen und deutet damit auf das stärkste Wachstum seit mehr als fünf Jahren hin“, meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Im Investitionsgüterbereich und bei den Vorleistungsgüterproduzenten liefen die Geschäfte besonders gut. Im Konsumgüterbereich war der Aufwärtstrend hingegen spürbar schwächer. „Aufgrund deutlich höherer Auftragszahlen haben die österreichischen Industriebetriebe im Dezember ihre Produktionsleistung kräftig erhöht, sodass mehr Personal eingestellt wurde. Die Schattenseite der anziehenden Industriekonjunktur ist die höhere Kostenbelastung aufgrund teurerer Rohstoffe, die sich auch in den Verkaufspreisen niedergeschlagen hat“, so Bruckbauer.

Die erfreulich starke Zunahme an Neu- und Folgeaufträgen hat ganz entscheidend zum Anstieg des Bank Austria EinkaufsManagerIndex beigetragen. „Die österreichischen Industriebetriebe konnten im Dezember das stärkste Auftragsplus seit dem Frühjahr 2011 verbuchen. Die Nachfrage nach Made in Austria war im Ausland besonders stark. Insbesondere in Deutschland war das Interesse an heimischen Erzeugnissen groß“, meint Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Die stark gestiegene Nachfrage hat die österreichischen Betriebe zu einer sehr starken Ausweitung der Produktion veranlasst. Der Produktionsindex erreichte mit 58 Punkten einen 5-Jahres-Rekord. Dennoch nahmen die Auftragspolster weiter zu, sogar so rasant wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Im Bereich der Vorleistungsgüterherstellung stieg die Anzahl der unerledigten Aufträge am stärksten.

Durch die gute Auftragsentwicklung erhöht sich der Personalbedarf in der österreichischen Industrie. „Seit Mitte 2016 stellen die heimischen Produktionsbetriebe zusätzliches Personal ein. Im Dezember beschleunigte sich der Beschäftigungsaufbau nochmals, er erfolgt mittlerweile so rasch, wie zuletzt vor 5 ½ Jahren“, so Pudschedl. Dank des kräftigen Beschäftigungsanstiegs in der zweiten Jahreshälfte und insbesondere zum Jahresende sind in der Industrie im Jahr 2016 mit durchschnittlich 581.500 Arbeitskräften um rund 1.800 Menschen mehr beschäftigt gewesen als 2015. Nach zwei Jahren in Folge mit einem Beschäftigungsrückgang sind in der Industrie damit erstmals wieder neue Jobs entstanden. Der Anstieg um 0,3 Prozent im Jahresvergleich war jedoch deutlich geringer als das starke Plus von 1,5 Prozent in der Gesamtwirtschaft. Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Industrie als Arbeitgeber nimmt damit weiter zugunsten des Dienstleistungssektors ab. Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung sank 2016 auf unter 18 Prozent, während im Dienstleistungssektor nunmehr mehr als 74 Prozent der österreichischen Beschäftigten tätig sind.

Im Zuge der nachfragebedingten Verteuerung einiger Rohstoffe und Vormaterialien, insbesondere Metalle, standen die österreichischen Industriebetriebe im Dezember abermals stark steigenden Einkaufspreisen gegenüber. Der Anstieg der durchschnittlichen Einkaufspreise verschärfte sich zudem durch die Abschwächung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Im deutlich verbesserten Nachfrageumfeld wurden auch die Verkaufspreise zum zweiten Mal in Folge angehoben, sogar so kräftig, wie seit 3 ½ Jahren nicht mehr. Im Einzelfall konnten die Betriebe die Kosten dank der anziehenden Nachfrage sogar erfolgreich auf die Kunden überwälzen, im Durchschnitt fiel die Erhöhung jedoch maßvoller aus. „Aufgrund des starken Preisanstiegs im Einkauf und einer etwas zurückhaltenderen Preisanpassung im Verkauf hat sich die Kosten- und Ertragssituation in der Industrie im Dezember tendenziell verschlechtert. Schon seit dem Frühjahr 2016 belasten die Preistrends die heimischen Betriebe“, meint Pudschedl.

„Aufgrund der Beschleunigung des Wachstumskurses gegen Jahresende, gehen wir von einem Produktionsplus in der verarbeitenden Industrie Österreichs im Jahresdurchschnitt 2016 von knapp über zwei Prozent real aus. Die Fahrzeugindustrie hat ein sehr gutes Ergebnis eingefahren und auch die Unternehmen der Elektroindustrie und die metallverarbeitenden Betriebe erzielten ein überdurchschnittlich starkes Wachstum“, so Bruckbauer. Der aktuelle Bank Austria EinkaufsManagerIndex lässt mit seinem kräftigen Anstieg gegenüber dem Vormonat basierend auf einer Verbesserung fast aller Teilkomponenten ein Anhalten der guten Industrieentwicklung der vergangenen Monate auch über dem Jahreswechsel 2016/17 erwarten. Der schwächere Euro erleichtert derzeit den heimischen Industriebetrieben eine Belebung der globalen Industriekonjunktur zu nutzen. Die Anzeichen dafür haben sich im Dezember verbessert, denn der vorläufige EinkaufsManagerIndex für den Euroraum kletterte spürbar nach oben und befindet sich mit 54,9 Punkten auf einem 5 ½-Jahreshoch. Für die österreichische Industrie ist vor allem der weitere Anstieg des deutschen EinkaufsManagerIndex auf 55,5 Punkte positiv einzuschätzen. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass zu Beginn 2017 die Nachfrage nach ´Made in Austria´ so kräftig sein wird, wie jetzt knapp vor dem Jahreswechsel. Die Konjunkturerholung der heimischen Industrie dürfte jedoch im weiteren Jahresverlauf aufgrund der zahlreichen Risiken, wie mögliche wirtschaftspolitische Überraschungen durch den neuen US-Präsidenten und dessen Folgen vor allem auf die Erholung in den Schwellenländer sowie auf europäischer Ebene vor allem die anstehenden Brexit-Verhandlungen unbeständiger werden. Das könnte die exportorientierten Investitionsgüterhersteller, den Maschinenbau, die Stahlerzeugung und Teile der Elektroindustrie besonders betreffen. Wir gehen jedoch davon aus, dass die österreichische Industrie 2017 mit einem Produktionsplus von etwas mehr als zwei Prozent das Ergebnis von 2016 weitgehend halten kann“, gibt sich Bruckbauer leicht zuversichtlich.

Tabelle und Grafik

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at