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Presseinformation

27.02.2017

Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Februar:
Österreichs Industrie weiter gut in Fahrt

  • Der zu Jahresbeginn begonnene Industrieaufschwung setzt sich fort
  • Bank Austria EinkaufsManagerIndex liegt im Februar bei 57,2 Punkten
  • Wachstumstempo gegenüber dem Vormonat nur geringfügig reduziert: Der Zuwachs an Neuaufträgen und Produktion hat sich leicht verlangsamt, ist aber weiter stark
  • Beschäftigungsaufbau legt spürbar zu
  • Kostendruck für Österreichs Unternehmen: Einkaufspreise steigen den zehnten Monat in Folge stärker als die Verkaufspreise
  • Optimismus hält an: Österreichs Industrie rechnet mit kräftigen Produktionszuwächsen bis Jahresende

Nach dem starken Start ins Jahr 2017 setzt die österreichische Industrie ihren kräftigen Wachstumskurs fort. „Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex erreicht im Februar 57,2 Punkte. Damit liegt der Indikator fast wieder auf dem 6-Jahres-Höchstwert des Vormonats. Auch wenn gegenüber Jänner das Tempo des Aufschwungs etwas nachgelassen hat, die Industriekonjunktur läuft ausgezeichnet“, meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer. Seit dem Frühjahr 2015 verzeichnet die österreichische Industrie einen kontinuierlichen Aufwärtstrend, der sich lange Zeit nur sehr moderat entwickelte. Mit Beginn dieses Winters hat das Wachstumstempo jedoch deutlich zugelegt und sich die Erholung zu einem stabilen Aufschwung gewandelt. „Zwar hat das Tempo der Produktionsausweitung durch ein nicht mehr ganz so starkes Plus im Neugeschäft geringfügig nachgelassen, doch die aktuellen Lagertrends und steigende Lieferzeiten unterstreichen die sehr gute Geschäftslage. Zudem hat sich der Jobaufbau beschleunigt“, kommentiert Bruckbauer einige Detailergebnisse der monatlichen Befragung von Einkaufsmanagern österreichischer Industriebetriebe.

Die entscheidende Unterstützung für den weiterhin kräftigen Aufwärtstrend des Bank Austria EinkaufsManagerIndex im Februar kommt von der anhaltend günstigen Entwicklung im Neugeschäft. Vor allem im Vorleistungsgüterbereich füllten sich die Auftragsbücher rasch, doch auch die Nachfrage im Investitions- und Konsumgüterbereich zog weiter an. Neben der weiterhin starken Binnennachfrage, die bis in den Herbst vorigen Jahres die alleinige treibende Kraft war, hat auch die Nachfrage aus dem Ausland in der jüngsten Vergangenheit deutlich zugelegt.

Insbesondere mehr Neugeschäft aus Europa, dem asiatischen Raum und den USA können die heimischen Industriebetriebe derzeit verbuchen. Binnennachfrage und Exportbestellungen liegen derzeit im Auftragsplus beinahe gleich auf. „Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage sowohl aus dem In- als auch dem Ausland haben die österreichischen Industrieunternehmen im Februar die Produktion wieder sehr stark ausgeweitet. Der Produktionsindex war mit 59,1 Punkten kaum niedriger als im Vormonat, in dem ein 70-Monats-Hoch erreicht worden war“, so Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Die gute Entwicklung der Konjunktur schafft Arbeitsplätze in der Industrie. 2016 hat sich erstmals seit drei Jahren der Beschäftigtenstand in der Sachgütererzeugung in Österreich wieder erhöht. Der Anstieg war mit durchschnittlich 0,4 Prozent zwar sehr moderat, im Jahresverlauf hat sich das Beschäftigungswachstum jedoch klar beschleunigt. „Als Folge des in den vergangenen Monaten noch stärkeren Aufschwungs hat sich der Stellenaufbau in der heimischen Industrie im Februar nicht nur fortgesetzt, sondern sogar spürbar gegenüber dem Vormonat erhöht. Der aktuelle Beschäftigungsindex erreicht mit 55,7 Punkten sogar den höchsten Wert seit Juni 2011“, so Pudschedl.

Der Aufschwung in der heimischen Industrie schlägt sich auch stark in den Trends der Lagerhaltung nieder. Im Februar reduzierten sich angesichts der hohen Nachfrage die Bestände in den Fertigwarenlagern. In Erwartung einer Fortsetzung der guten Nachfrageentwicklung haben die österreichischen Industriebetriebe die Einkaufsmenge so stark erhöht, wie zuletzt vor sechs Jahren und damit die Lager für Vormaterialien und Rohstoffe kräftig aufgefüllt.

Der starke Anstieg der Einkaufsmenge und in Folge der Vormateriallager ist auch auf von den Betrieben erwartete Preiserhöhungen zurückzuführen. Bereits in den vergangenen sechs Monaten sind die Preise für Roh- und Vormaterialien stetig nach oben geklettert. Auch im Februar blieb der Anstieg der Preise annähernd gleich hoch wie im Vormonat. Zum vierten Mal in Folge gelang es dank der starken Kundennachfrage auch eine Anhebung der Verkaufspreise durchzusetzen. „Aufgrund des starken Wettbewerbs blieb die Anhebung der Verkaufspreise im Durchschnitt aber hinter dem Preisanstieg für Vormaterialien und Rohstoffe zurück. Die Kostensituation der österreichischen Betriebe hat sich damit im Februar das zehnte Monat in Folge verschlechtert“, errechnet Pudschedl.

Der aktuelle Bank Austria EinkaufsManagerIndex macht deutlich, dass sich der kräftige Industrieaufschwung im Februar fortgesetzt hat. Das Wachstumstempo im heimischen Produktionssektor ist weiter hoch und die bestehende Auftragsdynamik macht angesichts der derzeitigen Lagerbestände in den kommenden Monaten eine weitere starke Ausweitung der Produktion notwendig – allerdings mit nicht mehr ganz so hohem Tempo wie zu Jahresbeginn.

„Die Aussichten für die heimische Industrie sind weiterhin sehr günstig, zumal sich das internationale Umfeld verbessert hat. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist auf aktuell 55,5 Punkte gestiegen, maßgeblich beeinflusst vom deutschen Indikator, der mittlerweile 57 Punkte erreicht. Das verspricht für die kommenden Monate unmittelbare Vorteile für die exportorientierten heimischen Industriebetriebe, die als Zulieferer sehr stark auf den deutschen Markt ausgerichtet sind.

Die gute Stimmung in den österreichischen Industriebetrieben hält zudem an. Beflügelt von den guten Konjunkturprognosen für Österreich und Deutschland blieb der Jahresausblick der Manager im Februar sehr optimistisch. Der Index für die Produktionserwartung ist mit 67,8 Punkten nahe dem Allzeithoch und nur geringfügig unter dem beinahe euphorischen Wert des Vormonats. „Aus heutiger Sicht könnte die Industrieproduktion 2017 erstmals nach 2011 wieder über 3 Prozent liegen“, so Bruckbauer abschließend.

Tabellen (PDF; 225 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics & Market Analysis Austria
Walter Pudschedl, Tel.: +43 (0) 5 05 05-41957;
E-Mail: walter.pudschedl@unicreditgroup.at